Hirakata Park / Japan

Hirakata Park

Seinen Ursprung hat der Hirakata Park als Ausstellungsgelände der Kikuningyō-ten im Jahr 1912. Im Oktober und November jedes Jahres wurden dabei mit Chrysanthemen verzierte Figuren und Szenen gezeigt, ehe im Jahr 2005 die letzte reguläre Ausstellung abgehalten wurde. 1926 erfolgte dann die eigentliche Erschließung des Vergnügungsparks als fortan die Keihan Electric Railway den Park betrieb und die ersten Fahrgeschäfte einzogen. 1944 wurde das Gelände militärisch genutzt. 

 

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges war das Gelände nicht nutzbar und die Kikuningyō-ten fand auf einem anderen Gelände entlang der Keihan Linie statt. Im Jahr 1949 folgte dann die Rückkehr nach Hirakata. Vorerst als Stadtpark geführt, wurde im Zuge einer Steuerreform das Gelände im Jahr 1952 erneut in einen Vergnügungspark umgewandelt.  Seit jeher ist der Park im Besitz der Keihan Gruppe.

 

Parkrundgang

Also ab nach Hirakata-kōen und hinein in den Hirakata Park. Direkt am Eingang erwartet uns ein schickes und überaus großzügig ausgelegtes Felsmassiv mit integrierter interaktiver Attraktion. Besser kann ich persönlich den Magical Volcano nicht beschreiben, denn er ist tatsächlich sehr vieles in einem; sei es nun eine Erkundungstour mit integrierten Geschicklichkeitsspielen oder Abenteuerspielplatz mit Pre-Show und Storyline. Dabei ist es ja relativ simpel, am Anfang bekommt man eine Mission zugewiesen, woraufhin man drei Fragen beantworten muss. Zwischenzeitlich bricht der Vulkan dann beinahe aus und wir müssen Softbälle in seinen Krater werfen. Gegen Ende lässt man seinen Bogen dann von einer Maschine auswerten und bekommt eine entsprechende Rückmeldung. In unserem Fall war dies natürlich ein simples Perfekt, aber wir hatten ja auch Hilfe durch die Mitarbeiter erhalten. Summa Summarum, eine Attraktion die es gerne hierzulande geben dürfte.

 

Ausgepowered, aber ein Erlebnis reicher, geht es direkt in Richtung der Holzachterbahn Elf. Dabei nehmen wir eine Fahrt auf dem leider sehr trockenen Rafting Pachanga mit und bewundern die Tiere im Wonder Garden. Leider hält sich die Anzahl der Gehege sehr in Grenzen – das ist insbesondere hier sehr schade, da der Park durchaus eine gute Arbeit zu Tage legt und die Tiere allesamt in verhältnismäßig großen Gehegen untergebracht sind. Auf der anderen Seite des Hauptweges wundern wir uns derweil über den Athletic Try-It, einer Art moderner Hindernisparcours, ehe es uns schlussendlich in das Holzdickicht zieht. 

 

Höchstwahrscheinlich hätte sich der Zustieg auch beim Riesenrad Sky Walker gelohnt, doch leider wird dieses derzeit restauriert. Die benachbarte Cycle Monorail wurde dementsprechend gar nicht erst aufgesucht und auch im Kinderland Peek-a-Boo Town mussten wir auf eine Fahrt auf der Kinderachterbahn Truck verzichten – es fehlte nämlich der zugehörige Zug.

 

Eine Ebene weiter unten befindet sich die Wildwasserbahn Bassh. Die Fahrt auf dieser beginnt mit einer Linkskurve, die einen unter das Plateau der Achterbahn Crazy Mouse führt. Vorbei an einigen Tierplastiken und mit besten Blick auf die Schienen der Maus eine Etage höher führt eine weitere Linkskurve das Boot direkt in den Lift der Anlage. Durch die Hanglage der Anlage verbringt man nun einige Zeit in diesem, ehe man nach einem kurzen Linksknick nun eine mittlere Schussfahrt hinunterdüst. Ohne einen einzigen Tropfen auf der Haut folgt sogleich eine Rechtswende, auf welcher man wie wild durch den Kanal prescht. Eine S-Kurve später befindet man sich geradewegs unterhalb der ersten Schussfahrt, eh man in einer Links-/Rechtskurvenkombination seinen Weg in Richtung der zweiten und finalen Schussfahrt in Angriff nimmt. Dort angekommen geht es unmittelbar und überaus berauschend hinab. Bei der anschließenden Wasserung fehlt jeglicher Wassertropfen und der Punktescore ist gegen Null. Irgendwas haben wir also falsch gemacht, aber das macht ein Freizeitpark mit einer trockenen Wildwasserbahn leider auch.

 

Anders sieht es beim Intamin Freifallturm Meteo aus, der durch die sehr spät ansetzende Bremsung überaus gut punkten kann. Wie bereits im Kijima Kogen Park kennengelernt, verzichtet man in Japan gerne auf die Zweitsicherung via Gurt, so dass auch hier die Fahrt nochmals bedrohlicher wirkt und in Kombination mit der harten Bremsung als absolut genial zu bezeichnen ist.  

 

Neben dem obligatorischen Gefrierhaus, dieses Mal (recht klein geraten) in Form eines großen Kühlschranks, gibt es auf dieser Ebene noch eine sehr gut drehende Disc’o des Herstellers Zamperla, sowie einen Kite Flyer und einen Zierer Wellenflug, der an unserem Besuchstag leider in Wartung war. 

 

Eine Ebene weiter unten trifft man dann auf den Palm Walk und die, in ihm integrierte interaktive Themenfahrt Gururimori, sowie die Walkthroughs Legend of Dark Forest (ein Spiegellabyrinth) und Makafushigido. Der Bereich hat durchaus Charme und gleicht im Konzept dem City Walk der nahen Universal Studios Japan – nur das dieser im Park integriert ist. 

 

Auf der untersten Ebene des Parks kann man hauptsächlich diverse Kinderfahrgeschäfte finden, aber auch einige Fahrgeschäftsklassiker und -perlen, wie die Seesturmbahn Octopus Panic, japanische Teetassen im Hello Kitty Design oder die kindergerechte Themenfahrt Haunted House, bei der man mit dem Reiseunternehmen Dororon durch die quietschbunte Unterwelt reist. Natürlich darf das direkt daneben befindliche 3D 360° Kino nicht außer Acht gelassen werden.

 

Wem der Trubel derweil etwas zu wild geworden ist, der sollte ein wenig durch den riesigen Rosengarten des Parks schlendern oder eine Fahrt auf der Rundbootfahrt Fantasy Cruise oder der überraschend langen Parkeisenbahn Gnome’s Train wagen. Dieser Bereich ist ein idealer Rückziehpunkt und lädt jeden Gartenfreund zum Verweilen ein, zudem hat man einen überaus guten Blick auf die letzte Achterbahn des Parks.

 

Wasserpark The Boon

Während der Freizeitpark belebt, aber keineswegs voll war tummelten sich die Japaner im aufpreispflichtigen Wasserpark The Boon. Dieser bietet neben einem sehr langgezogenen, aber sehr flachen, Lazy River, zwei Bodyslides, eine Reifenrutsche, ein hangverlegter Crazy River, sowie eine interessant wirkende hangverlegte Breitbandrutsche (nur für Kinder) und ein kleines 20m Becken just unterhalb der Wendekurve der Achterbahn Red Falcon. 

 

Während der Lazy River brechend voll ist, sind die anderen Bereiche des Wasserparks teilweise menschenleer. Die Rutschen jedoch teilen allesamt einen faden Beigeschmack, denn (warum auch immer) rutschen alle Japaner die beiden Bodyslides ausschließlich im Sitzen, so dass die eigentlich sehr kurze Warteschlange sich bei bestem Willen nicht fortbewegen wollte und ich daher nach einigen Minuten umkehrte oder aber es wird ein Entgelt für die Nutzung der beiden Reifenrutschen verlangt. 

 

Da mich bereits in der Planungsphase der Crazy River überaus interessierte, habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, diesen auch zu testen. Dabei muss ich fairerweise jedoch auch sagen, dass mich die darüberliegende Reifenrutsche beim Aufgang zur Startposition auch durchaus angesprochen hat. Ich wollte jedoch nicht noch einmal etwa 3€ für eine weitere Rutschpartie ausgeben. Das hätte ich nach der Fahrt auf dem, doch sehr ruppigen und teilweise stark verzögerten (und dadurch auch weniger wilden) Crazy River so oder so nochmal überlegt. Die Rutschpartie selbst war in Ordnung, ich habe mir jedoch etwas mehr versprochen; dieses wurde dann auf einer deutlich unscheinbareren Rutsche gleicher Bauart nur wenige Tage später im Joyful Waterpark erfüllt. 

 

War der Aufpreis von etwa 10€ dem Wasserpark gerecht? Jein. Es wäre ein klares Ja, wenn denn die beiden großen Rutschen inkludiert wären, aber das war es ja leider nicht. Jedoch muss ich sagen, dass es durchaus etwas hat unter einem Jet Coaster mit bestem Blick auf die Stadt seine Runde in einem wenigstens etwas tieferen Becken zu ziehen. Zudem ist man oben auf dem Hügel größtenteils für sich und kann der Hektik des Lazy Rivers und vor allem der Hitze des Besuchstages ein wenig entfliehen.

 

Fazit

Obwohl der Park mittlerweile über 100 Jahre alt ist, so gibt es leider keine Anlage älteren Baujahres im Park zu bestaunen; man blieb also immer up-to-date. Das ist verständlich, doch mangelt es dadurch dem Park teilweise ein wenig an Charme. Dieses macht er vor allem durch seine Grünanlagen, einfallsreichen Attraktionen und einem gelungenen Gesamtambiente wieder wett, weswegen man sich schlussendlich großartig unterhalten fühlt. 

August 2017 / Tobias 

Coaster im Park

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