Universal Studios Japan

Universal Studios Japan

Wenn 30.000 Besucher einen less crowded day bedeuten, also einen minder besuchten (Park-) Öffnungstag, und einem scheinbar jeder einheimische Besucher mit gelben T-Shirts und blauen Latzhosen begegnet, dann - und auch nur dann - ist man in den Universal Studios Japan und die Minions haben ihren Weg in den Park gefunden. 

 

Es ist bei den Universal Studios Japan wichtig zu verstehen wie erfolgreich dieser Park ist und dass 30.000 Besucher für jeden Großpark in Deutschland keine alltägliche Besucheranzahl ist bzw. für den Besucher selbst keine wünschenswerte Ausgangssituation wäre; doch wie kam es dazu, dass sich der viert meist besuchte Freizeitpark im japanischen Osaka befindet? 

 

Geschichte

Um die Frage zu beantworten muss man ein wenig in der Zeit zurückgehen, genauer gesagt in die 80er Jahre, wo sich der bis dato einzige Themenpark der Gruppe in Hollywood befand und außer einer Studio-Tour und einigen Shows noch wenig bot. Pläne eine ähnliche Attraktion in Florida aufzubauen standen immer wieder im Raum, doch erst nach dem großen Erfolg der King Kong Erweiterung der Studio-Tour im Jahr 1986 wurden diese Pläne verwirklicht. Parallel dazu wurden auch Standorte für einen weiteren Park in Japan in Betracht genommen – so auch Gelände der Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (NSSMC) in Kitakyūshū und Sakai. Während in Kitakyūshū der Freizeitpark Space World entsteht, wird der Standort in Sakai zu Gunsten eines Städtebauprojektes in Osaka verworfen. Ende des Jahres 1994 folgte dann die Gründung der Osaka Universal Planning Inc. und zwei Jahre später die Umbenennung in die USJ Co., Ltd. Arnold Schwarzenegger sorgte im Oktober 1998 für den ersten Spatenstich und im März 2001 folgte die große Eröffnung der Universal Studios Japan. 

 

Allein im ersten Jahr besuchten den Park über 11 Millionen Besucher, ein Erfolg sondergleichen – denn im Gegensatz zu den meisten anderen Freizeitparkprojekten hat man seine angestrebte Besucherzahl nicht meilenweit verfehlt, sondern gleich um ein Vielfaches getoppt. Doch bereits im zweiten Jahr brach die Besucherzahl auf 8 Millionen Besucher ein und stabilisierte sich auf diesem Niveau bis ins Jahr 2011. Mit der Errichtung des Kinderbereichs Universal Wonderland im Jahr 2012 änderte sich die durchschnittliche Besucheranzahl auf 10 Millionen Besucher. 2014 folgte dann die Einweihung des Themenbereichs The Wizarding World of Harry Potter und damit verbunden ein sprunghafter Besucherzuwachs auf 12,7 Millionen Besucher bzw. 13,9 Millionen Besucher im Folgejahr. Ein weiterer Schub erfolgte dann im Jahr 2016 mit der Eröffnung der Achterbahn The Flying Dinosaur, was jedoch auch zu Wartezeiten von bis zu 750 Minuten an besagter Achterbahn sorgte. 

 

Terminator 2 3D 

Brillante Innovationen kann man bei der Cyberdyne Corporation bewundern. Begleitet von einer Hostess werden wir durch die jährliche Cyberdyne Expo geführt, welche neben einem Image-Film eine Produktpräsentation im Theater nebenan beinhaltet. Doch eines vorweg, die Dame ist urkomisch und so wird sich auf bitterböse Art und Weise erst einmal über das Publikum lustig gemacht – natürlich nur auf Japanisch, aber trotzdem (vor allem dank dem Over-Acting der Dame) brüllend komisch. Der Imagefilm selbst wird durch eine Durchsage John und Sarah Connors unterbrochen und Cyberdynes Angestellte tut ihr Bestes daran die Situation irgendwie zu kaschieren.  

 

Im Vorführtheater erleben wir dann die Präsentation der ersten Terminatoren und viel wichtiger die des Skynets. Sarah und John Connor brechen in den Vorführsaal ein. Die Lage scheint unter Kontrolle, doch ein T-1000 taucht auf und verfolgt die beiden, doch zuvor entledigt er sich schnell der Hostess. Ein zweiter Terminator kommt daraufhin auf einem Motorrad durch ein Zeitportal und erscheint sogleich auf der Bühne. Dieser schnappt sich dann John und flieht mit ihm durch ein weiteres Portal. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd zwischen unserem Heldenduo und dem T-1000, sowie anderen Widersachern auf dem Weg in Richtung Skynet. Dort angekommen geht es darum den zentralen Kern der Anlage zu zerstören – doch hier wartet der T-1000000 als finaler Gegner. Den T-1000000 kurzzeitig gestoppt, gelingt es dem T-800 die notwenigen Vorbereitungen zu treffen um John in die Vergangenheit zu schicken und Skynet zu zerstören. Während der anschließenden Explosion senken sich die Sitze der Besucher schlagartig.

 

Die Show selbst ist einfach nur fantastisch, wenngleich ein wenig zäh im Mittelteil des 3D Films. Die Interaktion von Bühne und Leinwand ist außerordentlich gelungen und das Finale ist überaus überraschend, ebenfalls sind die Spezialeffekte im Zuschauerraum allesamt sehenswert. Super!

 

Spiderman

Was hat man nicht alles über den Spinnenmann im Voraus gehört. Aussagen wie „Der beste Darkride der Welt“ waren es definitiv, vor allem nach dem Update der Videoqualität und dennoch war ich überaus skeptisch, immerhin soll man ja auch seine Erwartungshaltung gering halten um am Ende umso mehr über das System verblüfft zu sein.  Perfekt abgestimmte Bewegungen interagieren auf genialste Art und Weise mit den Videoprojektionen, auf das man am Ende nur sprachlos und staunend das Ride-Vehikel verlässt und sich am Liebsten gleich nochmals anstellen möchte. Besonders anzumerken seien hier die Elektroschock-Scene, ausgelöst durch den Bösewicht Electro, und die Scene mit der Anti-Schwerkraft-Kanone; ansonsten fällt es mir schwer diese Themenfahrt zu beschreiben, da sie wirklich schlichtweg überwältigend ist.

 

Jurassic Park – The Ride

Ebenfalls zu einer der besten Anlagen ihrer Art zählt der Shoot-the-Chutes Jurassic Park – The Ride. Die Fahrt durch den altehrwürdigen Dinosaurier-Park zählt gewiss zu den bekanntesten Fahrgeschäften weltweit; umso schöner, wenn die angeschriebenen Wartezeiten deutlich schneller vergehen als eingangs gedacht. 

 

Da die Fahrt Gott sei Dank auf den ersten Film basiert freuen wir uns auf eine abenteuerliche Fahrt ohne Scheidungsdrama und genmanipulierte Hyperdinos auf der Insel Isla Nublar. Nachdem wir die Station verlassen haben bringt uns ein kurzer Lifthügel auf eine Zwischenebene, in der wir erst wenige Meter durch den Kanal dümpeln ehe wir uns dem signifikanten Tor aus dem Film nähern.  Das Tor öffnet sich, die Musik erklingt und schon fühlt man sich wieder in seine Kindheit zurückgesetzt, mein Grundschul-Ich war also angesprochen, und so führt uns der Weg ganz gemächlich durch das Ultrasaurus- und Stegosaurus-Gehege. Im Hadrasaurier-Gehege erreicht uns dann eine Warnung, wonach die Raptoren ausgebrochen sind. Zwei Dilophosaurier streiten sich derweil um den verbliebenden Kittel eines Parkangestellten, genug Ablenkung um uns um unsere eigene Flucht zu kümmern. Während wir uns einem Gebäude nähern fällt uns dabei beinahe ein kleiner Container auf den Kopf. Im Gebäude selbst nutzen wir dann die dort drin befindliche Transportvorrichtung um zum Kraftwerk zu gelangen. Auf dem nun sehr langen Lifthügel nehmen wir einige Höhenmeter zu und werden dabei von beiden Seiten von Velociraptoren angegriffen.  Auf der Kraftwerksebene angekommen werden wir von weiteren Dinosauriern attackiert, während wir uns in einer weiten Kurve dem Evakuierungspfad nähern. Ein kurzer Lifthügel bringt uns auf die besagte Schussfahrt, so dass wir nur sehr knapp vor einen eben aufgetauchten T-Rex flüchten können. Gute 26m geht es nun hinunter, woraufhin zu guter Letzt die obligatorische Wasserung stattfindet. 

 

Die ist dann auch durchaus effektiv und kann einen wunderbar durchnässen, wobei wir uns bei der ersten Fahrt gefragt haben, wann diese denn bitte stattfinden würde, ehe sie uns (recht untypischer Weise) einfach durch eine von hinten generierte Welle eiskalt erwischte. Zwar wiesen die Folgefahrten die eher traditionelle Methode vor, man konnte es bei manchen Booten jedoch ganz gut beobachten. Bevor ich aber zu sehr abschweife sei gesagt, dass Jurassic Park – The Ride eine absolut sehenswerte Wasserfahrt ist, die man auf keinen Fall verpassen sollte. 

 

Jaws

Vorbei an zahlreichen bekannten Gebäuden und Schauplätzen aus Der Weiße Hai schippern wir gemächlich durch den Hafen der Küstenstadt, ehe uns ein Notruf erreicht. Kurze Zeit später hören wir nur noch Schreie und darauf ein zerrissenes Boot, sowie die Finne eines Hais. Dieser unterquert nun unser Boot, woraufhin dieses ein wenig hin und her geschüttelt wird.  Unsere Schiffsführerin greift indes zur Waffe und feuert zwei Schüsse auf den Hai, doch beide verfehlen ihr Ziel. Unterdessen fahren wir in ein nahegelegenes Bootshaus hinein um dort auf Chief Brody zu warten. Doch es kommt wie es kommen muss und auch hier attackiert uns der Weiße Hai. 

 

Wir flüchten, doch der Hai ist uns stets auf der Fährte. Wieder bewaffnet schießt unsere Bootsführerin ein weiteres Mal mit dem Granatenwerfer, trifft nun jedoch ein Gasspeicher, woraufhin sich dieser entzündet. Auch hier schaffen wir es nur knapp zu entfliehen. Auf einem nahegelegenen Pier soll das Boot nun evakuiert werden. Der Weiße Hai greift ein weiteres Mal an, beißt jedoch in ein günstig platziertes Unterwasserkabel einer nahen Stromplattform und röstet sich damit selbst. Nach diesem Glücksfall erreichen wir den rettenden Hafen und eine wahrlich abenteuerliche Hafenrundfahrt geht zu Ende.

 

Jaws ist einfach nur Kult pur, die Fahrt selbst variiert jedoch stark durch die Performance des Schiffsführers. Die Rundfahrt selbst ist solide und kann optisch durchaus überzeugen, doch wirklich Spaß macht es erst durch eine aufgedrehte, leicht panisch wirkende Darstellung des Personals und das können manche deutlich besser als andere. Nichtsdestotrotz sollte man sich den Spaß keineswegs entgehen lassen, denn solide, wie der erste Film, ist er allemal. 

 

Harry Potter and the forbidden Journey

Die wilde Fahrt durch das alte Gemäuer beginnt durch Hermines großzügigen Einsatz von Flohpulver auf das wir uns alsbald in der Sternwarte wiederfinden sollen. Leichte Kippeffekte zur Seite sorgen während des Transportes für erste Begeisterung, denn alle Bewegungen sind absolut smooth – was durchaus unerwartet ist, bei den ansonsten doch sehr rabiaten Bewegungsprofilen der stationären Robo-Coaster. In der Sternenwarte selbst schließen wir uns Harry und Ron und erleben eine sagenhafte Fahrt über den Dächern Hogwarts in Richtung des Quidditch-Spiels. Währenddessen begegnen wir Hagrid, der uns entgegnet, ob wir den Drachen gesehen hätten, nur um wenige Augenblicke später auf besagten Drachen zu treffen. Gedrängt durch den Drachen führt uns unser Weg in eine Brücke, wo dieser dann als Animatronik auf uns wartet, doch wir können flüchten. 

 

Kurz darauf finden wir uns im verbotenen Wald wieder, wo wir dann sogleich auf Aragog treffen. Hermine eilt zur Hilfe und vertreibt diesen, während wir die weitere Flucht in Angriff nehmen. Weitere Spinnen stellen sich dabei in unseren Weg, doch wir schaffen es den Wald zu verlassen. Auf der Lichtung erwartet uns dann die peitschende Weide, obgleich wir ihr ganz gut ausweichen können, erwischt diese uns dann irgendwann doch und wir werden ins Quidditch Stadion geworfen. So weit so gut, immerhin war es ja unser Ziel und wir sind live im Geschehen – was schonmal deutlich cooler ist als die Trend-Sportart der Muggels hierzulande. 

 

Als dann blöderweise Slytherin ein Tor gegen Gryffindor erzielt gelangen Dementoren in die Arena, da böses plus böses blöderweise immer noch böses ergibt, eskortiert uns Harry sogleich aus der Arena. Dabei werden wir von Harry getrennt und finden uns alsbald in der Kammer des Schreckens wieder. Ein weiterer Dementor jagt und nach und selbst Lord Voldemort gibt sich die Blöße. Wir schaffen es zu fliehen, doch eine Horde Dementoren wartet bereits auf uns. Es wird kalt, die Bewegungen des Gondelträgers spürbar langsam und ein Herzschlag erklingt aus den Subwoofern der Sitzbänke. Im letztmöglichen Moment vertreibt Harry die Dementoren und wir folgen ihn durch den einstürzenden Zugang in Richtung Hogwarts. In der Haupthalle zum großen Treppenhaus treffen wir auf allerhand Schüler und Lehrer und zu guter Letzt Albus Dumbledore, der uns durch den Einsatz von Flohpulver in den Raum der Wünsch, sprich die Station der Anlage befördert.

 

Ich war baff. Eine solche Fahrt hätte ich nie den Kuka-Robotern zugetraut. Ebenfalls war ich von den Ausmaßen der Dekorationen und Leinwänden einfach nur überwältigt. Gerade die peitschende Weide hat mich so begeistert, dass ich den Rest der Fahrt nur noch mit einem breiten Dauergrinsen entgegnen konnte. Die Symbiose zwischen Projektion und realer Kulisse funktioniert einfach nur perfekt und das Fahrsystem unterstützt dieses in bester Manier. Gerade die große Bewegungsfreiheit der Roboter bringt eine unglaubliche Dynamik in die Fahrt, die auch perfekt genutzt wird und somit schlussendlich eine absolut wilde, aber überaus harmonische, Fahrt durch das Harry Potter Universum bietet. Gerne mehr davon!

August 2017 / Tobias 

Coaster im Park

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